Neue Sonderausstellung zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) 

                                                                               
 

Eröffnung der Sonderausstellung zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) im Museum im Zeughaus (MiZ), Schaffhausen vom 7. Mai 2016
 
Museum im Zeughaus mit aktuellem Thema und Weitblick
 
Im Beisein von Nationalrat Thomas Hurter und Armeechef André Blattmann wurde die um das Thema WEA erweiterte, politisch hoch aktuelle Ausstellung eröffnet.
 
Bester politischer Kompromiss

Gleich zu Beginn seiner Ansprache hielt Nationalrat Thomas Hurter, Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates und in den Jahren 2014 und 2015 deren Präsident, fest, dass es sich bei der WEA nicht um eine weitere Armeereform sondern tatsächlich um eine Weiterentwicklung handelt. Sie sei aber der beste politische Kompromiss. Damit sollen jedoch die wesentlichsten Mängel der heutigen Armee korrigiert werden. Es sind dies die Bereitschaft oder Mobilisierung, die Ausrüstung, die mangelnde Verankerung in den Regionen, die Ausbildung vor allem der Kader (Chefs lernen Chefs zu sein) sowie die Finanzen (Planungssicherheit). Beim Bestand der Armee von Morgen will  Hurter nicht von einem Abbau sprechen. Mit 100’000 Mann sei aber das untere Limit erreicht. Am Schluss lobte Hurter das MiZ für den Weitblick, den es mit der Ausstellung „Mobilmachung“ beweise.
 

Wir brauchen höhere Bereitschaft

Auch der Chef der Armee (CdA), KKdt André Blattmann, beglückwünschte das MiZ dazu, dass es mit der Ausstellung eine ausgezeichnete Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft realisiert habe. Dann knüpfte er an das Thema der Ausstellung „Mobilmachung“ an. Ein Mobilmachungssystem wird mit der WEA in den kommenden Jahren wieder eingeführt. Es geht darum, Menschen und Material rechtzeitig bereit zu haben um unser Land zu schützen. Bei der WEA gehe es darum, die von seinem Vorredner erwähnten Mängel zu beheben. Weiter skizzierte der CdA die aktuelle Sicherheitslage. Sie wird seit mehreren Jahren zunehmend schlechter. Kriege werden heute hybrid geführt. Oft ist nicht erkennbar ob sie von Staaten ausgehen. Ihr Ziel ist die Destabilisierung der Gesellschaft. Um darauf zeitgerecht reagieren zu können brauchen wir eine höhere Bereitschaft. Da wir diese im Moment nicht ausreichend haben, hat der Bundesrat aktuell angeordnet, dass die Wiederholungskurse von acht Bataillonen so verschoben werden, dass diese bei einem starken Zustrom von Flüchtlingen zur Unterstützung des Grenzwachtkorps eingesetzt werden könnten. 

Die Ausstellung

Auch Sie ist eine Weiterentwicklung der 2014 eröffneten, sehr erfolgreichen Ausstellung „Mobilmachung“. Dr. Ernst Willi, Leiter des Ausstellungsprojektes seitens des MiZ erläuterte, dass die Tatsache, dass das Projekt WEA eine Wiedereinführung der Mobilmachung enthalte eine echte Chance zur Erneuerung der bestehenden Ausstellung bot. Der historische Teil 1792 bis 1945 bleibt unverändert. Die Bedrohung und die hohe Bereitschaft in der Phase des Kalten Krieges wird neu in konzentrierter Form gezeigt. Aufgezeigt wird auch wie sich die Beurteilung der Bedrohungen nach 1989 bis zur Friedenseuphorie nach 2000 auf die Leistungen und die Bereitschaft der Armee ausgewirkt haben. Der neue Teil wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertretern des VBS konzipiert. Mit welchen Bedrohungen gerechnet werden muss wird exemplarisch anhand der vier Szenarien Katastrophenhilfe bei grossem Erdbeben, Migrationsdruck an der Grenze, Verteidigungsfall Terrorbedrohung Flughäfen sowie „Blackout“ totaler Stromausfall eindrücklich und lebendig dargestellt. Im letzten Raum werden Schlussfolgerungen aus den 130 Mobilisierungen seit dem Jahr 1792 zusammengefasst.

     

 

Über 300 Besucherinnen und Besucher interessierten sich für den Anlass. Dieser bot nebst dem Eröffnungsakt auch die Gelegenheit einen Film zur aktuellen Armee zu sehen sowie kurze Vorführungen eines Panzer Praga und eines Berna Artillerietraktors (1932) mit angehängter Radgürtelkanone zu verfolgen. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass durch den Musikverein Schleitheim.  Mit einem Shuttle konnte auch die im letzten Jahr eröffnete Ausstellung zur „Motorisierung der Schweizer Armee“ in der Stahlgiesserei besucht werden. Diese ist auch an den kommenden Ausstellungstagen geöffnet. Diese sind bis Ende 2016 immer jeden ersten Samstag des Monats. Führungen können jederzeit auf Anfrage unter www.museumimzeughaus.ch gebucht werden.

   
 
Flyer Ausstellung Mobilmachung
 
Bericht Eröffnungsfeier 2014