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1. Museumstag vom 1. April 2017
(Korso über den Reiat nach Thayngen)


Pünktlich um 09:00 startete die lange Kolonne in der Stahlgiesserei im Mühlental. Bruno Trottmann führte im legendären Saurer BLD 1936 diese Formation an und sorgte dafür, dass eine vernünftige Geschwindigkeit und die befohlene Route eingehalten wurden, nämlich Mühlentalstrasse - Kreisel Logierhaus - Schweizersbildstrasse - Abzweigung Freudentalstrasse - Lohn - Opfertshofen - Altdorf - Bibern -  Biberstrasse - Kreisel Kreuzplatz - Dorfstrasse - Schulstrasse - Lammschulhaus. Auf dieser Strecke haben wir den zivilen Verkehr kaum behindert, und zugleich erlaubten diese rund 18 km, dass die Motoren wirklich warm laufen konnten. In der klassischen S-Kurve zwischen Opfertshofen und Altdorf bot sich ein schöner Ausblick auf die herannahenden rund 40 Oldtimer. Bei der Vorbeifahrt am Fotografen grüssten lauter vergnügte Fahrer und Passagiere. Solche Fahrzeuge zu lenken muss eine lustvolle Sache sein! Für Irene Roth, die den Saurer 6 DM steuerte, war die Strecke viel zu kurz. Lastwagen-Fahren (und auch Panzer-Fahren) mache ihr soviel Spass, dass es nie lange genug dauern könne.  Auch Wolfgang Pietzsch, der unsern Dodge WC 6 x 6 lenken durfte, äusserte sich begeistert über diese sorgsam restaurierte Rarität.   
Wir haben es schon oft erwähnt: Das Fahren ist die ein Seite, die Fahrzeuge zu pflegen, zu reparieren und nötigenfalls zu restaurieren ist die andere! Das Museumskader (in diesem Falle vorab Ernst Gründler) ist echt gefordert, für jedes Steuerrad einen Chauffeur mit den richtigen Ausweisen zu finden und genug Leute für die nicht immer so angenehmen Unterhaltsarbeiten motivieren zu können. Erstaunlicherweise gelingt es immer wieder, sogar mehrmals im Jahr. Herzlichen Dank allen Beteiligten!
Da die Vorbereitungen für die Bereitstellung des Korsos sorgfältig getroffen worden waren, klappte die Verschiebung bestens. Die engen Verhältnisse um das Lammschulhaus in Thayngen erforderten von fast allen Fahrern ein gekonntes Manövrieren, bis überall eine präsentable Parkordnung erstellt war. Die Ausrichtung unserer Viermalvier-Lastwagen zeigt, welchen Massstab wir pflegen.
Während im Schulhausquartier und in der ebenfalls hierher dislozierten Museumsbeiz bis ca. 11:00 Uhr die Anzahl der Helfer grösser war als die der Besucher, fanden sich gegen Mittag immer mehr Neugierige ein und liessen sich in Fachgespräche mit den Museumsleuten ein. Als dann über Mittag der Musikverein Thayngen unter seinem Dirigenten Mario Franke aufspielte und der Hunger viele in die Museumsbeiz trieb, sah das Bild sehr erfreulich aus. Das 14-köfige Küchenteam unter der Leitung von Ruth und Walter Vogelsanger reichte 150 Portionen Fleischkäse, 140 Bratwürste, 40 Cervelats und 140 Portionen Kartoffelsalat über die Theke. Fredy Roost, der Chef Eintritt, zählte insgesamt 400 Besucher. Besonders erfreulich sind die 18 Neueintritte in unsern Verein. Da können wir wirklich zufrieden sein!
Auch Philippe Brühlmann, Thayngens Gemeindepräsident, gab sich oder vielmehr uns die Ehre. Martin Huber empfing ihn herzlich und führte ihn durch die Ausstellung. Ich bin ja schon lange dabei, aber es erstaunt mich immer wieder, wie Martin zu fast jedem unserer unzähligen Ausstellungsobjekte alle Daten weiss und erst noch spannende Geschichten dazu erzählen kann.
Um 15:00 begann die Rückfahrt in die Stahlgiesserei, auch diese ohne jegliche Panne. Selbstverständlich mussten die Fahrzeuge wieder kunstgerecht in die Ausstellung „Motorisierung der Schweizer Armee“ integriert werden – ein erheblicher Aufwand. Um 17:20 konnte Ernst Gründler, müde, aber zufrieden, das Einfahrtstor abschliessen.
Wichtig ist für uns, dass wir die Fahrzeuge gepflegt, ausreichend bewegt und getestet haben. Ebenso wichtig, dass die routinierten Fahrer und die „Neulenker“ wieder haben üben können und darüber hinaus das Museum im Zeughaus wieder einen etwas höheren Bekanntheitsgrad erreicht hat.
 
 
Hansueli Gräser 



Bilder vom Besuch Guy Parmelin

Ansprache von Bundesrat Guy Parmelin anlässich seinem Besuch vom 1. Oktober 2016

"Bereit sein!"

Herr Regierungsrat
Herr Stadtrat
Herr Präsident des Vereins Museum im Zeughaus
Sehr geehrte Gäste
Werte Schaffhauserinnen und Schaffhauser
Meine Damen und Herren

Es ist mir eine grosse Freude, heute, an diesem ersten Tag im Oktober, vor Ihnen zu stehen.
Ich freue mich, nördlich des Rheins und trotzdem noch auf Schweizer Boden zu sein.
Es ist schön zu sehen, dass sich das Herbstwetter hier ebenso schön präsentiert wie an den Ufern des Genfersees und ich kann gut nachvollziehen wieso Sie auch hervorragende Weine produzieren.
Ich freue mich darüber, Sie persönlich hier zu treffen und das Museum, und vor allem auch die Ausstellung „Mobilmachung“, welche eine Art Ode an die Bereitschaft und Vorbereitung darstellt, zu besuchen.
Denn ich widme meine heutige Ausführungen dem Thema „Bereit sein“.

„Bereit sein“, steht im Mittelpunkt meines Aufgabenbereichs als Minister für Verteidigung und Bevölkerungsschutz.

Es geht darum, unser Land und unsere Bevölkerung zu schützen.

Es geht darum, bereit zu sein, eventuelle Katastrophen, Krisen und Konflikte bewältigen zu können.

Es geht darum, bereit zu sein, heute in einem sich ständig und immer schneller verändernden Umfeld handeln und reagieren zu können.
 
Wir müssen zum Kontern bereit sein!
In der Schweiz herrscht Sicherheit. Unsere Bürgerinnen und Bürger nehmen letztere sehr wohl wahr und geniessen dieses Gefühl. Dieser Zustand ist gerechtfertigt, wird aber sicher nicht ewig anhalten, sondern kann sich sehr schnell verschlechtern. Die Analyse der Risiken, Gefahren und Be-drohungen zeigt klar, dass sich sowohl die Eintretenswahrscheinlichkeit als auch die auslösenden Faktoren sowie die Dimension und Dauer der Auswirkungen auf unser Land ständig verändern.
Das Risikospektrum ist ausgesprochen gross. Es reicht von Angriffen auf unsere Interessen im Ausland über regionale Katastrophen und weit-reichende technologische Zwischenfällen bis zu einer bewaffneten Offensive gegen unser Staatsgebiet. Etwas ist sicher: Wir müssen immer mehr darauf vorbereitet sein, dass mehrere Bedrohungen zusammen auftreten, sei dies zufällig oder gewollt herbeigeführt. Eine solche Kombination von Gefahren kann nacheinander oder gleichzeitig erfolgen, oder die Gefahren können sich überlappen. Daraus entstehen jeweils gefährliche, sich ständig ändernde Situationen.
Obwohl die verschiedenen Risiken, Gefahren und Bedrohungen einzeln betrachtet voraussehbar sein können, erzeugen sie in Kombination komplexe und unvorhersehbare Situationen. Deshalb ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, Szenarien zu erarbeiten oder die verschiedenen Elemente zu entwirren. Es ist auch kaum möglich, die Auslösung solcher Ereignisse auf einer Zeitachse zu definieren oder deren Auswirkungen und Ausmass zu bestimmen. Wie dem auch sei, unser Land kann sich jederzeit mit Katastrophen-, Krisen- und Konfliktsituationen konfrontiert sehen, die unsere Sicherheit teilweise oder ganz gefährden können.
 
Wir müssen Schläge einstecken können und danach in der Lage sein, darauf zu reagieren.
 
Wir müssen uns deshalb darauf ausrichten:
  • unser gewohntes Sicherheitsniveau so lange wie möglich aufrecht zu erhalten
  • Katastrophen, Krisen und Konflikte zu bewältigen, und die Leiden und Nöten der Bevölkerung und der Angehörigen der beteiligten Einsatzkräfte zu mildern
  • die Funktionsfähigkeit des Landes und ein angemessenes Sicherheitsniveau wiederherzustellen.
Oder anders formuliert, meine Damen und Herren, es geht darum, dass wir:
  • uns flexibel an den Wandel der Umwelt anpassen und die möglichen Präventivmassnahmen ergreifen
  • den durch eine Katastrophe, eine Krise oder einen Konflikt verursachten Schock einstecken und akzeptieren, indem die harten und weichen Faktoren definiert werden uns gezielt vorbereiten, unabhängig von spezifischen Interessen klare Prioritäten setzen, und dem nächsten Schlag widerstehen oder mit dem Wiederaufbau beginnen.
 
„Bereit sein“ heisst nicht einfach – und ihre Ausstellung zeigt dies sehr deutlich! – passives Abwarten, sondern vielmehr eine der Situation entsprechende Haltung und Flexibilität zu wahren.
Bereit sein heisst voraussehen zu können.
Bereit sein heisst vorbeugen zu können.
Bereit sein heisst schützen zu können.
Bereit sein heisst eingreifen zu können.
Bereit sein heisst wiederherstellen zu können.
Die Umsetzung und Steuerung dieser verschiedenen Bereiche ist nicht nur meine Aufgabe als Verteidigungsminister, oder die der kantonalen Regierungen, oder die der Kommandanten unserer Teilstreitkräfte. Nein, es ist eine kollektive Aufgabe zu der jede Bürgerin und jeder Bürger einen Beitrag leisten und einen gebührenden Willen zur Zusammenarbeit und zum gemeinsamen Handeln beweisen muss.
 
Voraussehen beinhaltet Tendenzen erkennen, Massnahmen und Prozesse anpassen, Kompetenzen und Verantwortung klar regeln und die Eintretenswahrscheinlichkeit aktualisieren. Sie erlauben mir in diesem Zusammenhang sicher, meiner Freude Ausdruck zu geben, dass das Schweizer Volk dem neuen Nachrichtendienstgesetz zugestimmt hat, die eidgenössischen Räte das Projekt Weiterentwicklung der Armee genehmigt haben und dass der Bundesrat das Konzept zur Umsetzung der Strategie Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015+ gebilligt hat.
 
Vorbeugen beinhaltet Risikomanagement, Reduktion der Verwundbarkeit der kritischen Bereiche, Dämpfung von Krisenherden und Veranlassung von vorsorglichen Massnahmen.

Das heisst, rechtzeitig von Worten zu Taten schreiten.

Das heisst, einen Entschluss fassen und konkret werden, auch wenn die Situation noch nicht klar und völlig übersichtlich ist.

Das heisst, personelle Ressourcen einsetzen und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.


Das heisst, „Mut zeigen“ und nicht Augen und Ohren verschliessen!

Das heisst, Massnahmen ergreifen, die in diesem Moment noch nicht notwendig sind, sich jedoch als unerlässlich erweisen, wenn sich die Situation verschlechtert.
 
Schützen, das heisst stärken, sich auf das Wesentliche konzentrieren, priorisieren, einschränken, überwachen, bewachen, informieren, die Bevölkerung einbinden.

Das heisst, sich auf die Bekämpfung von sich als wahrscheinlich erwiesenen Bedrohungen und Gefahren konzentrieren.

Das heisst, dort seine Mittel aufstellen, wo die konkreten Anhaltspunkte offensichtlich geworden sind.
Und die Palette ist gross, denn es handelt sich sowohl um militärische Einsätze als auch um Unterstützung mit Material oder IT-Massnahmen.
 
Und eingreifen, wenn die Katastrophe sich ereignet hat, wenn die Krise ihren Höhepunkt erreicht hat, oder wenn ein Konflikt nicht vermieden werden konnte. Eingreifen beinhaltet die Führungsfähigkeit sicherstellen, den Überblick behalten, die Interventionsbereiche und den Einsatz der Mittel priorisieren, sich auf die Schlüsselbereiche in der Durchhaltefähigkeit konzentrieren, Reserven beibehalten oder bilden und die Handlungsfreiheit bewahren.

Das heisst, auf die Ursachen und Akteure wirken, beide in Grenzen halten, mindern und eine Ausbreitung verhindern.

Das heisst aber auch Bekämpfen und Eindämmung der Folgeschäden. Dies ist der schwierigste Bereich, denn dies ist uns auferlegt und, wie ich bereits erwähnt habe, wir sind praktisch dazu verurteilt zu reagieren. Hier bereit zu sein heisst aber auch gut organisiert, ausgerüstet und ausgebildet zu sein, um solche Situationen zu bewältigen und die Auswirkungen auf unser Land und unsere Bevölkerung beschränken zu können.
 
Schlussendlich, müssen wir wiederherstellen können. Das heisst, das Land oder die Region wieder auf die Beine bringen und der betroffenen Bevölkerung ermöglichen wieder eine angemessene Existenzgrundlage zu erlangen

Wiederherstellen, heisst auch die Sichtbarkeit und Führungsstärke des Staates sicherstellen, kommunizieren, die Netzwerke wieder instand stellen, die Bevölkerung auf effiziente und nachhaltige Weise unterstützen und mit fester Hand die Grundversorgungslage steuern. Dies ist die schwierigste Phase. Wohl kann eine Liste mit allen zu berücksichtigenden Punkten erstellt werden, aber die tatsächliche Situation wird immer verflochtener und komplizierter sein als man sich dies anhand einfacher theoretischer Szenarien vorstellen kann. Aber auch hier, „bereit sein“ heisst alles zu bedenken und die personellen und materiellen Reserven bereit zu halten.

Die Fähigkeit und der Wille zum Wiederaufbau und zum nächsten aktiven Schritt muss vorhanden sein.
 
„Bereit sein“, meine Damen und Herren, um die Sicherheit unseres Landes und den Schutz unserer Bevölkerung zu gewährleisten ist eine komplexe Aufgabe, die nach Wissen, Willen und Können verlangt. Diese drei Bedingungen sind nicht nur den Regierenden vorbehalten – sondern, wie ich bereits gesagt habe, müssen sie von jeder einzelnen und jedem einzelnen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, ja jeder einzelnen Einwohnerin und jedem einzelnen Einwohner unseres Landes, mitgetragen werden. Bereit zu sein fordert harte Arbeit insbesondere in unserer Gesellschaft, in der die Einzelinteressen, oder anders gesagt der Egoismus, tendenziell immer mehr über die gesellschaftlichen Bedürfnisse gestellt werden.

Wir müssen beginnen, oder eher wiederbeginnen, zu informieren.

Und hier hebe ich gerne den höchst didaktischen Charakter Ihrer Ausstellung hervor. Indem ich der Ausstellung den Erfolg wünsche, der ihr gebührt, hoffe ich auch, dass sie das entsprechende Bewusstsein der Öffentlichkeit weckt.
 
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, möchte ich nochmals betonen, dass es mir eine grosse Freude ist, unter Ihnen zu weilen und mit Ihnen einige Stunden verbringen zu dürfen. Und dies in einer Atmosphäre, in welcher ein Geist in der Luft liegt von Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit, wie es unser Land und unsere Bevölkerung verdient.
 
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Tag !
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